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 Justitias Welt
   Zeitschrift für ausländisches, europäisches und internationales Recht

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Olga DubovikA

Überlegungen zum Begriff der internationalen Umweltkonfliktologie

1. Einführung: Notwendigkeit der Umweltkonfliktologie

Der Gegenstand dieser Untersuchung ist die Entwicklung, Modernisierung und Wirkung von Umweltrecht, insbesondere in der Sphäre internationaler ökologischer Konflikte.

Ökologische Konflikte sind menschlicher Entwicklung immanent, aber auch besonders gefährlich – sie veränderten schon mehrfach den Lauf der Geschichte und der Evolution. Ihre Beseitigung erforderte jedes Mal den Einsatz von großen intellektuellen, materiellen und finanziellen Ressourcen und die Suche nach optimalen wissenschaftlichen und technischen Lösungen.

Ökologische Konflikte berühren die Interessen der gesamten Menschheit. Aktiv nimmt aber nur eine Bevölkerungsminderheit an ihnen teil. Ökologische Konflikte verlaufen selten sozial. Sie spiegeln nicht so deutlich wie politische, wirtschaftliche oder territoriale Konflikte den Willen oder die Motivation der Teilnehmer – und schon gar nicht der Betroffenen – wider. Nur wenn zusätzlich hinter ihnen andere Interessen stehen, die den Teilnehmern bedeutender vorkommen, erreichen die Umweltkonflikte das Aggressionsniveau anderer sozialer Konflikte und werden dementsprechend selten von der Bevölkerung korrekt wahrgenommen. Das hat die Deformation der Vorstellung von Umweltkonflikten zur Folge und delegitimiert entsprechende Lösungsaufgaben, da oberflächliche soziale Bilder entstehen: Umweltschützer gelten häufig als naive Weltverbesserer, Staatsvertreter als korrupte oder willenlose Funktionäre und die Industriellen als gleichgültige gewinnbedachte Kapitalisten. Diese Bilder entsprechen selbstverständlich nicht immer der Realität, prägen aber weitestgehend das Gesellschaftsbewusstsein.

Das alles löst die Verpflichtung aus, dass ein Gebiet der Rechtswissenschaft entstehen (bzw. fortentwickelt) werden muss, welches die Problematik der Umweltkonflikte erforscht.

Die Grundthesen, auf den diese Forschung basieren sollte, sind folgende:
a) Verständnis der Konflikte sowohl als positiven, als auch als negativen Entwicklungsfaktor.
b) die Notwendigkeit der Entwicklung selbständiger Prozederen, die zur Lösung der Umweltkonflikte beitragen und zusätzlich zu den üblichen prozessualen Mechanismen angewendet werden können.
c) die Notwendigkeit, die Tätigkeit zur Regulierung von Umweltkonflikten als einen Teil des sozialen Zusammenwirkens zu verstehen und entsprechend als einen Teil des sozialen Diskurses zu fördern.

2. Begriff der Umweltkonfliktologie

Unter umweltrechtlicher Konfliktologie (Umweltkonfliktologie) versteht man ein zielgerichtetes und in bestimmter Weise adoptiertes System des wissenschaftlich und empirisch gewonnenen Wissens, welches ermöglicht, die Daten zu gegenwärtigen und zukünftigen umweltrechtlichen Konflikten zu bekommen, d.h. sie zu erkennen und vorauszusagen – vor allem auf einem Niveau, das über dem des einzelnen Konflikts liegt; ebenso ermöglich es die Bewertung der Entscheidungen und Handlungen einzelner Konfliktteilnehmer und die Schlussfolgerungen bzgl. deren Effizienz.

Dieses Rechtsinstitut würde sich hinsichtlich der Problemstellung teilweise mit der Materie des Umweltschutzes in extremen Situationen, bei Katastrophen und ähnlichem überschneiden. Bei Schaffung der Rechtsgrundlage im Rahmen des Besonderen Teils des Umweltrechts wäre dies zu berücksichtigen, inhaltlich müsste es aber auch den Allgemeinen Teil beeinflussen. Das würde erlauben, den Gegenstand des Umweltrechts zu erweitern, was wiederum zur Forschungsentwicklung beitragen würde.

Folgende Forschungsfelder bilden die Umweltkonfliktologie: a) Ontologie und Diagnostizierung des ökologischen Konfliktpotenzials; b) Faktoren und ökologische Infrastruktur des Konflikts; c)Verlauf (Dynamik) des Konflikts; d) Regelungsmöglichkeiten der ökologischen Konflikte; e) Konfliktarten.

3. Spezialität der Ziele des Umweltrechts

Umweltrecht regelt nach herrschender Meinung verschiedene Beziehungen im Bereich des Zusammenwirkens des Menschen und der Umwelt. Der Regelungsprozess wird im Rahmen des Mechanismus der Rechtswirkung erforscht, dabei werden systematisch und differenziert das Recht an sich als eine Gesamtheit an Normen (positives Recht) wie auch die das Recht beeinflussenden Faktoren und die Rechtsanwendung in Bezug auf die Regelungsobjekte betrachtet. Auf dieser Basis werden traditionell sowohl verschiedene Rechtsinstitute des Umweltrechts erforscht als auch einzelne Regelungsobjekte untersucht. Insgesamt kann man sagen, dass die Rechtsinstitute an sich überwiegend im Allgemeinen Teil betrachtet werden und die Erforschung einzelner Objekte im Besonderen Teil erfolgt. Deswegen entwickelt sich die Wissenschaft des Umweltrechts in den meisten Ländern hauptsächlich in zwei Richtungen. Im Rahmen der ersten Richtung werden die allgemeinen Rechtsinstitute neu entwickelt und modernisiert, so z.B. das Institut der Umweltverträglichkeitsprüfung. Die zweite Richtung hebt neue Objekte der Umwelteinwirkungen hervor oder neue Zustände der Objekte, auf die eingewirkt wurde, was den Zustand der Regulierung zwar nicht ändert, es aber möglich macht den Gegenstand der Einwirkung zu präzisieren. Es ist üblich einzelne Naturressourcen, Territorien, aber auch die Handlungen einiger Subjekte in ihrem Zusammenwirken mit der Umwelt (so z.B. die Entwicklung von gefährlichen chemischen Stoffen) und bestimmte zeitlich begrenzte Situationen (z.B. Naturkatastrophen) als Einwirkungsobjekte der Umweltregulierung zu betrachten.

J. N. Pahomow definiert Objekte des Umweltkonflikts als konkrete Naturobjekte, naturbeeinflussende Technologien etc. Er unterstreicht, dass Konflikte, die solche Objekte betreffen, sich durch besonders große Maßstäbe, lange Dauer und Unvorhersehbarkeit auszeichnen. In letzter Zeit – was für die Erhöhung der Gefahren aus dem Umweltbereich ebenso typisch ist wie die Zuspitzung des sozial-wirtschaftlichen Ungleichgewichts – werden Umweltkonflikte nicht nur durch den Kampf um die Ressourcen oder Territorien ausgelöst, sondern schon durch den Kampf um die für sie relevanten Informationen und die Daten hinsichtlich des ökologisch-sozialen Risikos.

Die Betrachtung der Objekte der Umweltkonflikte sollte auf der faktischen, rechtlichen und wertenden Beurteilung der Charakteristik des konkreten Bestandteils der Umwelt und vor allem des Verständnisses des einschlägigen Regimes und der Rechtsgrundlage beruhen. Solche Bestandteile können sein: Gewässer, Luft, Tierwelt, städtische Grundstücke, besonders geschützte Territorien etc. Zur Beschreibung des Konfliktinhalts sollte man die umweltrechtlichen Begrifflichkeiten verwenden, denn nur diese geben erschöpfende Vorstellung über das Objekt des Konflikts.

Allein aus der Aufzählung der Objekte der Umweltregulierung ist ersichtlich, dass der Umgang damit großes Konfliktpotential in sich birgt; deswegen haben sozial-ökologische Konflikte wegen ihrer Verbreitung, Regelmäßigkeit und Stabilität große eigenständige Bedeutung. Aber auch wegen ihrer Besonderheiten sollten sie ein eigenständiges Forschungsobjekt bilden. Die Problematik von Konflikten in ihrer Vielfalt auf verschiedenen Levels befindet sich kontinuierlich im Aufmerksamkeitsfokus von Philosophen, Soziologen, Psychologen, Wirtschaftwissenschaftlern, Verwaltungswissenschaftlern, Juristen und Vertretern anderer Wissenschaftszweige.

4. Begriff des Konfliktes

Daraus folgt die Notwendigkeit, eine eigenständige Definition des Umweltkonfliktes zu entwickeln, was im Rahmen des Umweltmonitorings ermöglichen würde diese Konfliktgruppe auszusondern und ihre optimale Auflösung zu gewährleisten.

Diese Definition muss auf dem allgemeinen Verständnis der Natur eines Konflikts basieren. Dafür kann man die Erkenntnisse der Theorie des sozialen Konfliktes nutzen, Forschungen zum Thema juristischer Konflikte und auch Erkenntnisse über die spezifische Tätigkeit im Bereich des Umweltschutzes, aber auch die allgemeinen Gesellschaftstheorien.

In jeder philosophischen oder gesellschaftspolitischen Konzeption war die Analyse des Konfliktes vorhanden (von Plato über Machiavelli bis zu Hobbes). Die moderne Theorie der sozialen Konflikte entstammt u.a. den Überlegungen von Niklas Lumann und Ralph Darendorf.

Die wohl größte Ausarbeitung bekam die Konstruktion des Konflikts allerdings in der marxistisch-leninistischen Lehre, die sich ihrerseits Hegel zum Vorbild nahm.

Wir werden im Folgenden von der moderneren Definition V. N. Kudrjavzev‘s ausgehen und sie im Bezug auf ökologische Konflikte spezifizieren. Er schrieb: “Wir sprechen vom sozialen Konflikt, wenn wir den Prozess meinen, im Rahmen dessen zwei oder mehrere Individuen oder Gruppen aktiv nach Möglichkeiten suchen sich gegenseitig daran zu hindern ein bestimmtes Ziel zu erreichen, Interessen zu befriedigen oder die sozialen Positionen und Ansichten der Gegenseite zu verändern. Unter einem sozialen Konflikt soll die Art von Auseinandersetzung verstanden werden, bei welcher die Gegenspieler versuchen sich die Territorien oder Ressourcen der Gegenseite einzuverleiben oder der anderen Gruppe, ihrem Eigentum oder Kultur derart zu drohen oder sie zu beschädigen, dass der Kampf entweder als Angriff oder als Verteidigung geführt wird.1"

Diese Definition deutet Grundcharakteristika eines sozialen Konflikts an; sie unterstreicht, dass ein sozialer Konflikt eine besondere Art des sozialen Verhaltens ist.

Man könnte auch weitere Konfliktdefinitionen anbringen. So begreifen Slaykey und Hassons den Konflikt als eine für das Wachstum und Entwicklung von Lebewesen und Gruppen notwendige Funktion und es passiert dann, wenn Ideen, Interessen und Verhalten zweier oder mehrere Personen oder Personengruppen aufeinander prallen.

So werden Konflikte als spezifisches soziales Zusammenwirken gesehen, für die ein Gegenspiel charakteristisch ist. Sie erfassen einen äußerst unbestimmten Kreis von Subjekten, die alle ihre eigenen Interessen verfolgen und für die Akzeptanz dieser Interessen kämpfen. Danach ist ein Konflikt eine spezifische Situation einer noch nicht entschiedenen Auseinandersetzung für die Akzeptanz des bestimmten Rechts, unter Umständen für die Entscheidungsfreiheit. Sie unterscheiden sich einerseits von den Beziehungen des „positiven“ Zusammenwirkens, die unter dem Rechtseinfluss stehen, andererseits von außerrechtlichen (kriminellen) Beziehungen, die bei der Begehung einer widerrechtlichen Handlung entstehen und die Staatsmacht zur Behebung und unter Umständen Strafe befugt ist. Das Zusammenspiel dieser drei Arten des Zusammenwirkens ist kompliziert und die Grenzen zwischen ihnen sind verschwommen. So wird die Begehung einer Straftat auch häufig als Konflikt gesehen. Aber die Separierung der Konflikte aus dem allgemeinen Beziehungssystem kann nach verschiedenen Merkmalen, die es zu analysieren gilt, erfolgen. Das erlaubt im Bereich des Umweltschutzes die rechtlichen Mechanismen zu optimieren und das zu regulierende Verhalten zu steuern.

Als Beispiel für einen typischen, häufig internationalen, dauerauftretenden Umweltkonflikt kann man den illegalen Handel mit Objekten aus der Tierwelt betrachten. Um den Rahmen des möglichen Konfliktes abzustecken und seinen Gegenstand und potenzielle Teilnehmer zu definieren, kommt man um die Anwendung des Umweltrechts nicht herum. Nur mit Hilfe einschlägiger rechtlicher Mechanismen kann man die Legalität bestimmter Verhaltensarten der Teilnehmer bewerten und die Haftungs- bzw. Strafbarkeitsaspekte, die den Rahmen des Umweltschutzes und Umweltrechtes an sich verlassen, beurteilen.

Es gilt demnach, die wesentlichen Elemente der ökologischen Konflikte, die ihren Verlauf und die Positionen der Gegenseiten beeinflussen, zu analysieren. Das sind der Gegenstand des Konflikts, das Objekt des Konflikts, mit ihm verbundene Interessen und die Bedeutung der ökologischen Werte als eine Überlebungsnotwendigkeit für die Menschheit, unabhängig von der konkreten Position der einen oder anderen sozialen Gruppe.

Entstehende Umweltkonflikte werden in der Literatur als manchmal nützlich betrachtet, da durch die Austragung des Konflikts die optimale Lösungsvariante gefunden werden kann. Sie werden nach Verbreitung differenziert und ebenso in lokale und transnationale Konflikte wie auch nach Gefahrpotenzial – leichtlösbare und dauerhafte, gefährliche – unterteilt.

In jedem Fall muss man einsehen, dass die Existenz ökologischer Konflikte objektiv bedingt ist. Naturressourcen sind grundsätzlich beschränkt, auch das Potenzial der Natur Einwirkungen auszuhalten ist eingeschränkt. Aber jeder einzelne Umweltkonflikt kann sowohl aufgrund objektiver als auch subjektiver Faktoren entstehen. So ist jeder Umweltkonflikt einzigartig und jedem muss eine besondere Bewertung gegeben werden.

Das Kriterium, mit Hilfe dessen man einen Umweltkonflikt als rechtlichen einstuft, ist die Tatsache, ob ein Verstoß gegen die Umweltgesetzgebung vorliegt oder ob eine Möglichkeit gegeben ist, die Umweltgesetzgebung zur Einflussnahme auf den Verlauf des Konflikts zu verwenden. Dabei ist es an dieser Stelle völlig sinnlos zu analysieren, was unter die Umweltgesetzgebung fällt (welche Gesamtheit der Rechtsnormen diese bildet). Man sollte vielmehr aufgrund des Umweltmonitorings Situationen ermitteln, die für den Konfliktverlauf relevant sind und rechtlich geregelt werden können.

5. Die spezifischen Besonderheiten der Umweltkonfliktologie

Die spezifischen Besonderheiten der Umweltkonfliktologie führten zu der institutionellen Entstehung des entsprechenden Bereichs der Rechtswissenschaft und eines wichtigen Feldes, der Umweltkonfliktologie. Diese Besonderheiten wurden schon vor langer Zeit in der juristischen und volkswirtschaftlichen Literatur hervorgehoben, so z.B. durch V. N. Kudrjavzev. Und obwohl bereits der Gegenstand der Forschung der Umweltkonfliktologie, die Definition vom Umweltkonflikt, die Struktur und Besonderheiten einzelner rechtlicher Konflikte – auch der Umweltkonflikte – festgelegt wurden, ist die Betrachtung der Spezialität der Ziele rechtlicher Regulierung von Umweltkonflikten ungenügend. Auch das Bewusstsein ihrer Bedeutung entspricht nicht der sozialen Notwendigkeit. Die Gesellschaft muss sich bewusst machen, dass die Problematik der Umweltkonflikte immer mehr eine juristische wird und eine immer größere praktische Bedeutung hat. Objektiv notwendig sind neue Lösungen für die Kontrolle der Umweltkonflikte, die mit möglichst wenig Kosten verbunden sind und welche die Stabilität der Gesellschaft nicht gefährden. Ebenso sind neue Ansätze für die Auflösung der Umweltkonflikte erforderlich. Die rechtliche Regulierung muss darauf gerichtet sein, auf Basis des sozialen und umweltfreundlichen Gesellschaftskonzepts die destabilisierende Wirkung der Umweltkonflikte aufzulösen und ihr progressives Potenzial zu nutzen.

Selbstverständlich ist es nicht einfach zu bestimmen, wann die theoretischen Ideen die Rechtsanwendung erreichen, aber eine solche Tendenz ist ersichtlich. Das lässt sich aus den Werken der Umweltrechtsforscher folgern, aber auch aus der Rechtspraxis, die das Gesellschaftsbewusstsein widerspiegelt. Das muss natürlich durch soziologische Forschungen bestätigt werden, die Bedeutung der Problematik der ökologischen Konflikte und ihrer rechtlichen Würdigung ist aber auch anhand einiger Beispiele ersichtlich: Konflikt um den Shelf of Sahalin; Konflikte rund um die Nutzung vom traditionellem Wissen (s. Konferenzbericht aus Bremen – Natura Case – Red.); die typischen Konflikte der Bauindustrie mit den Anliegern, die in allen Weltstädten Standard sind und regelmäßig internationale Akteure haben. Allein die Möglichkeit der Konstatierung dieser Tendenz, die ihrerseits genauer Analyse bedarf, erklärt uns, warum der Versuch unternommen werden muss, einen solchen Zugang zu der Betrachtung der Umweltkonflikte zu finden, bei dem sie als spezifischer Objekt der Regulierung und Verwaltungstätigkeit und Verwaltungskontrolle erscheinen.

Umweltkonflikte verfügen über eine Reihe spezifischer Merkmale, die sowohl für die Methodik ihrer Erforschung als auch ihre rechtliche Bewertung und Regulierung bestimmend sein können. Das erste Merkmal ist die Immanenz von Umweltkonflikten jeder gesellschaftlichen Entwicklung. Ökologische Konflikte sind das Ergebnis des Zusammenwirkens der Gesellschaft (ihren Mitgliedern) und der Natur. Sie spiegeln den Inhalt der Lebensprozesse der Menschen in bestimmten Umweltbedingungen wider, drücken das Spezifische der vorherrschenden Umweltsituation aus. In der Literatur werden Debatten über die mögliche Nützlichkeit der Umweltkonflikte geführt, deswegen sollte dem Begriff Nützlichkeit einige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Umweltkonflikt ist ein objektiver Prozess und nicht immer ein negativer. Die Menschen und die Gesellschaft müssen mit der Existenz ökologischer Konflikte leben, mit ihrer Entstehung rechnen und an ihrer Lösung arbeiten. Dieses Zusammenwirken zwischen Natur und Gesellschaft passiert aus einer grundsätzlich eingeschränkten Basis und ist mit Verwendung objektiv beschränkter, schwer oder gar nicht wiederherzustellender Ressourcen verbunden. Das prägt den Charakter des ökologischen Konflikts: das Problem der zu treffenden Auswahl möglicher Verhaltensweisen ist typisch für jede Form der sozialen Entwicklung und ist besonders ausgeprägt bei eingeschränkten Möglichkeiten und Ressourcen. Naturforscher behaupten nicht zufällig, dass der Mensch sich einen nichtrückzahlbaren Kredit bei der Natur holt, da er deutlich mehr verwendet als widerherstellbar ist.

Ein weiteres spezifisches Merkmal der Umweltkonflikte ist ihre Allgegenwärtigkeit und dadurch extrem hohe soziale Bedeutung. Ökologische Konflikte sind als Auseinandersetzungen zwischen Menschen und Natur oder Gesellschaft und Natur schwer vorstellbar, es sind immer Auseinandersetzungen zwischen Menschen.

Es bedeutet, dass es fast unmöglich ist die Natur so zu schädigen, dass irgendwelche Interessen Dritter nicht beeinträchtigt werden.

Das heißt, dass obwohl in bestimmten Situationen den Interessen einzelner oder auch vieler Gruppen bei der Konfliktlösung Rechnung getragen wird, die Konsequenzen der ökologischen Konflikte dennoch alle betreffen, da sie mit der Störung der Lebensgrundlage der Menschheit verbunden sind. Sie haben des Öfteren nicht nur sozialen, sondern existenziellen Charakter. Ein politischer Konflikt kann die Lebensbedingungen der Menschen erschweren, ein ökologischer kann sie vernichten.

Als weiteres typisches Merkmal ökologischer Konflikte sind die Schwierigkeiten bei ihrer Beurteilung und Prognose zu nennen. Das menschliche Wissen ist trotz der Fortschritte in den Naturwissenschaften sehr eingeschränkt; häufig können die Konsequenzen des bestimmten ökologisch relevanten Handelns nicht präzise vorausgesagt werden. Die Überbewertung der menschlichen Möglichkeiten hat schon mehrfach in der Geschichte vieler Länder zu erheblichen Schäden für die Umwelt geführt. So ist der Schaden, der durch die Manipulationen am kaspischen Meer entstanden ist, immer noch nicht beseitigt, obwohl beim damaligen Konflikt eine einheitliche, aber im Nachhinein falsche Lösung gefunden wurde.

6. Einige Ausgangspunkte der Erforschung des Mechanismus der rechtlichen Regulierung der Umweltkonflikte

Beschäftigt man sich mit einem Umweltkonflikt, sollte in dieser Reihenfolge vorgegangen werden: zuerst fixiert man das Beobachtungsobjekt, den Konflikt und seine Merkmale, die der Beobachtung überhaupt unterliegen. Dabei sollte man beachten, dass der Begriff des Konflikts trotz aller Definitionsbemühungen sehr schwammig ist und man jedes Mal beschreiben sollte, was im Einzelfall darunter verstanden wird; zweitens sollten die Teilnehmer des Konflikts festgelegt werden; drittens sollte dieser Konflikt als Zustand im Kontext bestimmter Gesellschaften, Gruppe etc. betrachtet werden.

Als erstes ist demnach die Identifikation, d.h. die Bestimmung des Konfliktpotenzials entsprechender Handlungen bzw. Situationen im Bereich des Umweltschutzes durchzuführen. Daraus folgt die Notwendigkeit, die Gesamtheit an Umweltkonflikten als ein spezifisches soziales Phänomen zu verstehen. Ökologische Konflikte müssen gegenständlich und empirisch aus dem System des übrigen sozialen Wirkens und anderer sozialer Prozesse hervorgehoben werden. Dies vor allem deshalb, weil oft sogenannte pseudoökologische Konflikte entstehen, wenn durch ökologische Forderungen andere Interessen, z.B. wirtschaftlicher oder politischer Art, kaschiert werden. Ein solches Identifikationsproblem stellt sich z.B. bezüglich der Atomenergie, Export von radioaktiven Abfällen und mancher Forderungen des Kyoto-Protokolls.

Des Weiteren ist die empirische Charakteristik des Konflikts problematisch. Ihr zugrunde liegt die Akzeptanz der Realität des Konfliktzustandes auf der Basis verschiedener Bewertungsmöglichkeiten.

Die empirische Charakteristik eines Konflikts sollte folgendes widerspiegeln: a) Merkmale, die einen bestimmten Zustand als Konflikt identifizieren; b) Inhalt des Konflikts: seinen Gegenstand, seine Grenzen, Teilnehmerkreis; c) Kontext des Konflikts.

7. Schlussfolgerungen

Das Hauptanliegen dieses Beitrags ist die Akzeptanz der Notwendigkeit der Entwicklung des Umweltrechts unter Berücksichtigung der Konfliktologie; es soll bei der Entwicklung der rechtlichen Mechanismen des Umweltschutzes der Natur und den Besonderheiten der Umweltkonflikte ausreichend Rechnung getragen werden, auch wenn offensichtlich ist, dass die Lösung existierender Umweltkonflikte nicht die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der modernen Gesellschaften blockieren kann. Man kann nicht sagen, dass die Lösung des Umweltkonflikts um jeden Preis angestrebt werden soll. Aber genauso offensichtlich ist die Notwendigkeit einer effizienten Lösung zu einem verhältnismäßigen Preis. Dies kann nur unter Anwendung interdisziplinärer Methodik erreicht werden. Die Forschung sollte grundsätzlich transnational verlaufen, die Rechtsangleichung auf dem Gebiet des Umweltrechts fortgeführt werden.



Fußnoten

A Frau Prof. Dr. jur Olga Dubovik arbeitet am Lehrstuhl für Umweltrecht am Institut für Staat und Recht der Akademie der Wissenschaften Russlands in Moskau.
1 V. N. Kudrjavzev, Juristische Konfliktologie, Moskau, 1994, S.6


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